Xin Chao Viet Nam!

Hallo Vietnam, Hallo Rechtsverkehr und Hallo 40 Grad im Schatten! Nach einem schnellen aber traurigen Abschied von meinen Eltern am Flughafen in Bangkok, erreichten wir vorletzte Woche Donnerstag Land Nr. 9 auf unserer Weltreise.nd

Obwohl Vietnam zu Beginn der Weltreise gar nicht auf unserem Plan stad, haben wir uns vor ein paar Wochen entschieden, dieses Land zu bereisen. Ein wichtiger Entscheidungsfaktor dabei war –vor allem für Georg-, dass das Bier in Vietnam günstiger ist als Wasser 😀

In Ho Chi Minh City (früheres Saigon) angekommen ging es mit dem öffentlichen Bus für umgerechnet 80 Cent vom Flughafen in das Stadtzentrum, wo wir eine super günstige Unterkunft ergattert haben. Unser erstes Ziel am nächsten Tag war das bekannte War Museum. Das Kriegsopfermuseum erstreckt sich über mehrere Etagen und man trifft völlig unvorbereitet auf grausame Bilder, die an eine schreckliche Zeit erinnern. Über eine Millionen Menschen kamen beim Vietnamkrieg zwischen 1955 und 1975 ums Leben und auch heute noch tragen viele Menschen Folgeschäden von der damals benutzten chemischen Waffe Agent Orange. Einheimische Frauen bringen immer noch Kinder mit starken Missbildungen auf die Welt. Viele Kinder sterben bereits kurz nach der Geburt und einige Geschichten und Bilder findet man in diesem Museum wieder. Ich persönlich fand genau diese Bilder im Museum am Schlimmsten. Bilder von unschuldigen Kindern, die vor 10-15 Jahren erst geboren wurden und aufgrund dieses hochgiftigen Mittels körperliche und geistige Schäden davon tragen. In dem Museum herrschte teilweise Totenstille und viele Menschen standen mit Tränen in den Augen vor den Bildern und konnten nicht fassen, was sie dort sahen. Uns wurde es auch irgendwann zu viel und wir sind immer zügiger durch das Museum gelaufen, ohne uns großartig die Bilderunterschriften durchzulesen. Es ist einfach grauenvoll was damals passiert ist und man fragt sich wirklich, wie es soweit kommen konnte.

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Der Verkehr in Saigon ist so verrückt 😀

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War Museum

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Das wohl bekannteste Bild vom Vietnamkrieg

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Mittagessen

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Sushi 🙂

Für den nächsten Tag hatten wir spontan in unserem Hotel eine Tour zu den Cu Chi Tunnels gebucht. Um 12:30 Uhr wurden wir von einem Taxi abgeholt, welches uns zu der Agentur bringen sollte, von wo der Bus aus startet. Nach 5 Minuten Fahrt hielt das Taxi an und wir merken schon, dass der Taxifahrer gar kein Plan hatte, wo er uns hinbringen soll, obwohl der Rezeptionist es ihm erklärt hatte. Nach 20 Minuten konnten wir die richtige Agentur immer noch nicht finden und der Bus war vermutlich ohnehin schon weg. Das war uns eigentlich ganz recht, weil wir gesehen haben, dass die Touren bei den Agenturen direkt viel billiger angeboten wurden. Der Rezeptionist hatte uns noch gesagt, dass wir für das Taxi nichts zahlen müssen, worüber wir dann sehr überrascht waren, als der Taxifahrer dann doch Geld von uns verlangte. Nach kurzem Diskutieren (das Englisch der Vietnamesen ist nicht das Beste) kamen zwei weitere Typen dazu und einer von ihnen wurde ziemlich aggressiv uns gegenüber. Letztendlich haben wir doch gezahlt und sind genervt zurück ins Hotel gelaufen. Im Hotel wusste man schon Bescheid, womöglich hatte der Taxifahrer nochmal im Hotel angerufen. Es stellte sich heraus, dass der Taxifahrer einfach zu blöd war, uns zur richtigen Agentur zufahren und dem Rezeptionist tat das unendlich leid. Er klopfte kurz danach an unserer Hoteltür, entschuldigte sich total unterwürfig, brachte uns Getränke und gab uns aus seinem PRIVATEN Portmonee Geld. Wir wollten das Geld zuerst nicht annehmen, da das Taxi 25.000 Dong (= ein Euro) gekostet hat, er bestand aber darauf, sodass wir es am Ende doch angenommen haben. Wir waren von dem ganzen Auftritt total überfordert, weil es für uns gar nicht so schlimm war, dass der Ausflug ins Wasser fiel. Als wir dann auch noch sahen, dass er uns 100.000 Dong (= 4 Euro) in die Hand gedrückt hatte, ist Georg sofort runter an die Rezeption und hat dem armen Mann nochmal klar gemacht, dass das für uns überhaupt nicht tragisch ist und hat ihm auch das Geld wieder zurückgegeben.

Für den darauffolgenden Tag buchten wir spontan im Internet eine 2-Tätige Flusskreuzfahrt durch das Mekong Delta. Um 7 Uhr morgens wurden wir abgeholt und erreichten nach 4h Fahrt das kleine Dörfchen Can Tho. Dort ging es auch direkt aufs Boot und uns wurde ein 4-gängiges Menü serviert. Nach einer wunderschönen Panoramafahrt machten wir einen Spaziergang durch das schöne Kolonialstädtchen Sa Dec. Pünktlich zum Sonnenuntergang ging es wieder aufs Boot und wir genossen auf dem Deck mit einem Cocktail den Sonnenuntergang. Jaa jaa, der richtige Standart für Backpacker 😀

Am nächsten Morgen frühstückten wir  auf dem Deck, unter freiem Himmel, mitten im Mekong Delta, umgeben von Mangrovenwäldern. Direkt nach dem Frühstück ging es auf einem Sampan zum schwimmenden Markt nach Cai Bé. Je nach Erntezeit und Nachfrage sind hier mehr oder weniger Verkaufsschiffe unterwegs. Tendenz ist eher sinkend, da aufgrund der zunehmenden Großmärkte im Mekong Delta der schwimmende Markt ebenfalls immer mehr ausstirbt. Im Anschluss erkundeten wir noch mit dem Fahrrad Cai Bé, bevor es wieder zurück nach Ho Chi Minh ging. Auch wenn der Ausflug für unsere Budgetverhältnisse etwas teuer war, hat es sich definitiv gelohnt und es war ein einmaliges Erlebnis.

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Mekong Delta

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Mekong Delta

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Sonnendach

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Spaziergang durch Sa Dec

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Traumhaft 🙂

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auf dem Weg zum schwimmenden Markt

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schwimmender Markt

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Fahrradtour durch Cai Bé

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So wird Reispapier hergestellt

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In Ho Chi Minh blieben wir noch eine Nacht und buchten für den darauffolgenden Tag ‚nochmal‘ eine Tour zu den Cu Chi Tunnels. Diesmal nicht im Hotel, sondern direkt bei einer Agentur 😀 Zusammen mit 100 weiteren Reisegruppen und gefühlt 1000 Menschen erreichten wir die Tunnel und schlugen uns durch das für die Touristen zurechtgemachte „Waldgebiet“. In diesem Tunnelsystem lebten während dem Vietnamkrieg vietnamesische Kämpfer. Sie hatten unterirdische Schlafzimmer, Küchen und auch Erste-Hilfe-Stationen. Leider ist dort heute (fast) gar nichts mehr im Originalzustand. Sogar die Tunneln wurden für die Touristen ausgebaut und um 40% vergrößert. Es war ganz interessant, das vor Ort zu sehen aber ich war auch nicht traurig als die Tour wieder vorbei war, da es mir viel zu touristisch und unauthentisch war. Fazit: Definitiv kein Muss, wenn man in Ho Chi Minh ist.

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künstlich, nachgestellte Fallen

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viel zu viele Menschen

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Tunnel

Am gleichen Tag nahmen wir um 16 Uhr noch den Bus nach Mui Ne. Mui Ne ist ein wunderschönes, kleines Fischerdörfchen circa 200 km entfernt von Ho Chi Minh. Gefühlt hat es dort 40 Grad und die Sonne scheint einem gnadenlos auf den Kopf. Mit dem Fahrrad erkundeten wir das kleine Fischerdörfchen und den Hafen mit den vielen bunten Fischerbooten. Am nächsten Tag standen wir um 04:00 Uhr in der Früh auf und fuhren zum Sonnenaufgang zu den White Sand Dunes. Im Anschluss besuchten wir die Fischer am Hafen, die gerade vom Fischen zurückkamen und am Strand die ganzen Fische ausnahmen. Danach ging es noch zu den Red Sand Dunes und zum Fairy Stream.

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Die Gegend erkunden

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Mui Ne 

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bekannten Fischerboote von Mui Ne

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überall kleine Hundewelpen ❤

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Sonnenuntergang

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Sonnenaufgang White Sand Dunes

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Red Sand Dunes

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Morgens um 08:00 Uhr 

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die Fischer kommen gerade vom Fischen

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Fairy Stream

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Fairy Stream

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Nach zwei Tagen in Mui Ne ging es mit dem Bus weiter nach Nha Trang. In dem Homestay in Mui Ne haben wir ein Pärchen in unserem Alter kennengelernt, Laura und Morten, die ebenfalls an dem Tag nach Nha Trang gefahren sind. Nachdem wir um 19 Uhr im Hotel eingecheckt haben, verabredeten wir uns noch auf ein Bier mit ihnen. Wir haben über Gott und die Welt gequatscht und als wir auf die Uhr schauten war schon 02:00 Uhr nachts. Somit schliefen wir am nächsten Tag erst mal aus und trafen uns dann am Strand wieder. Am Abend ging es in ein Schweizer Restaurant und Georg und ich konnten endlich Käsefondue essen. Davon träumten wir seit unserer Outback-Tour in Australien. Nach dem Essen suchten wir noch in eine Sportsbar und wir schauten dort Bundesliga und spielten Kicker. Am nächsten Tag wollten wir gerade das Hotel verlassen und zusammen mit Morten und Laura in einen SPA-Tempel fahren, als ich merkte, dass meine Schuhe weg waren. In Südostasien muss man oftmals seine Schuhe ausziehen, wenn man ein Haus betritt, so auch in unserem Hotel. Als ich jedoch vor der Tür meine Schuhe anziehen wollte, waren diese plötzlich weg, obwohl ich diese zwei Stunden vorher zum Einkaufen noch hatte. Merkwürdigerweise wusste der Rezeptionist sofort welche Schuhe fehlten und meinte irgendwas, dass ein „Customer“ diese hätte, der nur kurz was einkaufen ist!?? Nachdem wir 20 Minute gewartet haben, die Schuhe immer noch nicht da waren und wir schon längst bei Laura und Morten hätten sein sollten wurde ich leicht sauer. Der Rezeptionist machte sich daraufhin auf den Weg und „suchte“ nach meinen Schuhen. Fünf Minuten später kam er mit meinen Schuhen zurück und ich fand die ganze Sache mehr als verrückt. Vermutlich hat sich einfach irgendeine Angestellte vom Hotel meine Schuhe „geliehen“. Im Prinzip ja nicht so schlimm, wenn man nicht verabredet ist und ohnehin nicht so viel Zeit hat. Mit Morten und Laura haben wir uns Roller ausgeliehen und sind in den besagten SPA-Tempel gefahren. Dort angekommen nahmen wir erst einmal ein schönes Schlammbad bevor es in ein 40 Grad heißes Mineralbad ging. Den Nachmittag entspannten wir am Pool und am Abend fuhren wir vier mit dem Nachtbus weiter nach Hoi An.

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Sonnenuntergang Nha Trang

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Die Jungs am Spielen

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Käääääsefondue 🙂

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Schlammbad

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Nachtbus

 

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