Kia Ora

Nachdem wir den australischen Boden verlassen haben, ging es für uns nach Neuseeland, in das Land, wo man Weltmeister im Schafe-Schnellscheren kürt, die Einheimischen Kiwis nennt, Schwarz, die Lieblingsfarbe einer ganzen Nation ist und nicht nur Albatrosse sondern auch kleine Hobbits sich zu Hause fühlen.

Der Flug von Sydney nach Christchurch dauerte gerade mal drei Stunden. Wie schon in Australien wurden wir auch in Christchurch tierisch freundlich empfangen, nämlich von den sogenannten Bio Security Dogs. Sie beschnuppern alle Gepäckstück der Einreisenden, da die Neuseeländer keine unerwünschten Gäste akzeptieren. Gemeint sind damit vor allem, Fruchtfliegen oder Motten, die sich in mitgebrachtem Obst verstecken könnten. Denn bereits die kleinsten Sporen können die Pflanzen und Tiere des Landes nachhaltig schädigen und vor solch einem biologischen Super-GAU möchten sich die Neuseeländer bestmöglich schützen. Da wir mitten in der Nacht ankamen, haben wir uns für die erste Nacht ein Flughafenhotel gegönnt und waren mit dieser Entscheidung mehr als glücklich. Frisch geduscht und ausgeschlafen (wir durften bis 12 Uhr im Hotelzimmer bleiben) haben wir am nächsten Tag unseren Camper abgeholt und fuhren in Richtung Lake Tekapo, wo wir unsere Neuseelandtour starteten. Der Lake Tekapo befindet sich etwa 2h von Christchurch entfernt und ist bei den Touristen besonders wegen des außergewöhnlichen Nachthimmels beliebt. Bei Nacht hat man hier einen der schönsten Sternenhimmel weltweit, weshalb auf dem etwas nördlich gelegenen Mount John vor einiger Zeit ein astronomisches Observatorium errichtet wurde. Leider leider leider habe ich mein Stativ nicht mit auf die Weltreise genommen, weil es mir einfach zu sperrig und groß war, was ich an diesem Abend natürlich bitter bereute. Denn alle Versuche, ohne Stativ und Selbstauslöser ein annährend schönes Bild vom Sternenhimmel zu bekommen, schlugen fehl. Zwei Nächte hatten wir das Vergnügen, die Milchstraße und unzählige Sterne zu beobachten, sogar von unserem Bett aus, da unser Camper ein Glasdach hat 🙂

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Lake Tekapo

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Lake Tekapo

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Traumhaft schön

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auf dem Mount John

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Lake Tekapo

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So schön, wie die Wolken der Berg runter wandern….

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astronomisches Observatorium

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unser last minute Camper in NZ

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unglaublich schöne Gegend

Vom Lake Tekapo ging es wieder zurück an die Ostküste Richtung Dunedin. In Oamaru machten wir noch einen kleinen Zwischenstopp und schlenderten durch das schnucklige Hafen-Städtchen. In einer unscheinbaren Gasse reihten sich mehrere Secondhand-Läden, welche neben Accessoires und Schnick-Schnack vor allem eine riesen Auswahl an, teilweise sehr alten, Bücher hatten. Eigentlich sind Georg und ich nicht die Typen, die sich stundenlang in einer Bibliothek aufhalten können (meine einzigen Bib-Aufenthalte beschränken sich lediglich auf die Zeit, als ich am Rande eines Nervenzusammenbruchs meine Bachelorarbeit geschrieben habe). Trotzdem durchforsteten wir einige Bücher und fanden unteranderem interessante Reiseführer über Deutschland aus den 60-70er Jahren mit Bildern vom Heidelberger Schloss und Mannheimer Hafen.

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Oamaru

In Dunedin angekommen kamen wir das erste Mal in den Geschmack des sehr wechselhaften Wetters hier in Neuseeland. Man merke: Blauer, wolkenfreier Himmel ist keine Garantie dafür, dass es in den darauffolgenden 5 Minuten nicht zu schütten beginnt. Es ist unglaublich wie sich das Wetter hier binnen weniger Minuten ändern kann. Das was den Australiern drüben fehlt, gibt es hier en masse! Die Maori nennen Neuseeland in ihrer Sprache Aotearoa, was so viel wie „das Land der langen weißen Wolke“ heißt. Was damit gemeint ist, wissen wir jetzt auch 😀 Am Nachmittag haben wir uns mit einem Freund von Georg in Dunedin getroffen, der zufällig auch gerade hier war. Dunedin ist eine sehr beliebte Studentenstadt und in der Innenstadt findet man ein Pub nach dem anderen. Am nächsten Tag haben wir noch einen Ausflug zur Otago Peninsula gemacht, die Halbinsel direkt bei Dunedin. Hier kommen die Touris vor allem hin um Albatrosse zu sehen. Wir auch- nur leider kostete der Spaß wieder 45 NZD pro Person, sodass wir uns gegen eine Tour entschieden haben. Stattdessen liefen wir ans Meer und beobachteten Sealions beim Schwimmen und Faulenzen- war auch ganz interessant 😀

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Otago Peninsula

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Sealion

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Von Dunedin ging es weiter nach Owaka. In Neuseeland gibt es viele Cafés, Restaurants oder auch andere Länden, die „Black Swan“, „Black Sheep“ oder sonst irgendetwas mit „Black..“ heißen. Das liegt daran, dass die Lieblingsfarbe der Neuseeländer schwarz ist. Die Kiwis sind ein sehr bescheidenes Volk und besitzen einen starken Gleichheitsgedanken. Egal ob man Jurist, Zahnarzt oder Handwerker ist, alle Menschen sind gleich und werden untereinander auch gleich behandelt, egal wie viel man verdient. Daher auch die Lieblingsfarbe Schwarz, ganz nach dem Motto: Wenn z.B. jeder hier in schwarzen Klamotten rumläuft, kann keiner aus der Masse herausstechen. Das ist kein Witz, es gibt sogar (relativ bekannte) Designer, die hauptsächlich schwarze Kleidung entwerfen.

Owaka ist ein kleines unscheinbares Dörfchen im Südosten der South Island. Vor 40 Jahren hat Georgs Onkel hier seine Doktorarbeit geschrieben und es ist eine Art Familientradition, das Haus, in welchem er damals gelebt hat, zu besuchen, wenn man hier in der Nähe ist. Ohne Adresse und nur mit einem Bild vom Standort des Hauses machten wir uns also auf die Suche. Drei Stunden hat es gedauert bis wir es endlich gefunden haben 😀 Und da hier irgendwie alle Menschen ihre Türen offen lassen, war es für Georg kein Problem, einen kleinen Blick reinzuwerfen 🙂

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Das Haus, in dem Georgs Onkel seine Doktorarbeit geschrieben hat

Am Tag drauf ging es weiter in den Süden zu den „Catlins“, ein Gebiet im Südosten Neuseelands. Besonders beliebt sind die Catlins aufgrund ihrer malerischen Küstenlandschaften und einer wunderbaren Natur. Trotzdem meiden viele Touristen dieses Gebiet, da es hier die meiste Zeit regnet und richtig stürmt. Unser Campingplatz lag direkt an der Curio Bay an einer Klippe, auf dessen Steinwand die Wellen einschlugen, wie ich es noch nie gesehen hab. Für Surfer ein wahres Paradies, für mich war es etwas unheimlich. Deshalb bevorzugten wir es, uns dick eingemurmelt in alle Jacken die wir mitgenommen hatten, an der Küste zu sitzen und die Delphine zu beobachten. Ich weiß nicht genau wann, denn eigentlich ist hier ja gerade Hochsommer, aber, falls man „im Sommer“ hier baden geht, hat man sogar die Chance, in Kontakt mit freilebenden Hector-Delfinen zu kommen. Dem Infoschild zufolge, muss man sich nur ganz still ins Wasser legen und die Delphine kommen zu einem geschwommen. Wir haben es nicht ausprobiert, weil: KALT 😀

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Curio Bay

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Hector Delfin

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Da es an der Westküste und im Norden wärmere Temperaturen hat, verließen wir die Südostküste relativ zügig und machten uns auf den Weg nach Te Anau und dem Fiordland-Nationalpark. Te Anau liegt an der Grenze des Fjordlandes und direkt am gleichnamigen See, welcher der zweitgrößte auf der Südinsel ist. In Te Anau machten wir einen Ausflug zu der erst 12.000 Jahre alten Te Anau Cave, welche vor allem für ihre vielen Glühwürmchen bekannt ist. Die Glühwürmchen sind Larven der Pilzmücke und leben circa 9 Monate als Glühwürmchen ehe sie sich in eine Mücke verwandeln und dann nur noch 3-5 weitere Tage leben. Leider durfte man unterirdisch keine Bilder machen, sodass ich nur ein paar Bilder heimlich mit dem Handy machen konnte.

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Höhleneingang

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I wish I was a glow worm, a glow worm’s never glum. Cause how can you be grumpy, when the sun shines out your bum!

Von Te Anau ging es weiter zu einem der bekanntesten Fjorde in Neuseeland „Milford Sound“. Der vom UNESCO zum Weltnaturerbe genannte Fjord ist einer der vielen Drehorte von „der Herr der Ringe“ in Neuseeland und ein feucht fröhliches Naturspektakel. In Milford Sound regnet es jeden zweiten Tag, das macht im Jahr zwischen 6000 – 8000 mm (ich habe gerade mal gegoogelt zum Vergleich: In Mannheim regnet es pro Jahr ca. 700 mm). Das Schönste am Sound- neben der Landschaft-  sind die Wasserfälle. Hier gibt es zwei Wasserfälle, die dauerhaft dort sind und hundert weitere, wenn es am Tag viel regnet.

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Milford Sound

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hunderte Wasserfälle am Milford Sound

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Fjordland Nationalpark. 3-Stündiger Walk zum Lake Marian

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Lake Marian

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I love to travel the world with you by my side ❤

Gestern sind wir in Queenstown angekommen und haben uns dort die Innenstadt angeschaut. Eigentlich wollten wir heute noch auf den Queenstown Hill wandern, aber es regnet (mal wieder) den ganzen Tag 😀 Deshalb sind wir weiter zum Lake Wanaka gefahren und hoffen, dass das Wetter morgen wieder besser wird 🙂

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unser Campingplatz. So idyllisch

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