Im australischen Outback

Letzte Woche sind wir nach 2400km Fahrt in Alice Springs angekommen, die einzig größere Stadt in Zentralaustralien. Nachdem wir uns von der vielen Fahrerei erholt hatten und einen (sehr heißen) Tag am Pool verbracht haben, sind wir am nächsten Tag in den MacDonnells Nationalpark gefahren. Unser erstes Ziel war die Ormiston Gorge, eine vom Finke River geschaffene Schlucht, die mittlerweile leider ziemlich ausgetrocknet ist. Nach einem kleinen Spaziergang zum Ghost Gum Lookout und einer schönen Abkühlung in der Schlucht ging es weiter zur Glen Helen Gorge. Die Glen Helen Gorge ist ebenfalls eine Schlucht im westlichen Teil des MacDonnells Nationalparks und ein sehr beliebter Spot bei Touristen. Zwischen zwei Felsen liegt hier ein kleiner See, der ebenfalls zum Schwimmen einläd.

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Ormiston Gorge

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Ormiston Gorge

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Ormiston Gorge

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Ormiston Gorge

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Ormiston Gorge

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Ormiston Gorge

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beautiful Outback

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Glen Helen Gorge

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Glen Helen Gorge

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Glen Helen Gorge

Zurück in Alice Springs haben wir am Tag drauf eine kleine Museumstour gemacht. Ohne so recht zu wissen, was uns erwartet, sind wir zu den zwei bekanntesten Museen in Alice Springs gefahren. Unser erstes Ziel war das Museum der Royal Flying Doctor Service. Den „Royal Flying Doctor Service of Australia“ (RFDS) kennt hier in down under jeder Mensch. Mit speziell ausgestatteten Flugzeugen gelangen die (auf Deutsch genannten) fliegenden Ärzte an jeden Fleck in Zentralaustralien und können somit auch den Menschen im Outback schnell medizinische Hilfe leisten. Der RFDS ist rund um die Uhr erreichbar und die RFDS-Mitarbeiter können über Telefon, Internet oder Funk kontaktiert werden. Bei nur 10% aller Kontaktaufnahmen wird letztendlich auch ein Flugzeug rausgeschickt, in den anderen Fällen können die Mitarbeiter am Telefon weiterhelfen und medizinische Tipps geben. Da die Menschen im Outback medizinisch sehr gut ausgestattet sind und viele Medikamente vor Ort haben, können sie diese auf Anweisung eines RFDS-Mitarbeiters selbst verwenden. 1912 wurde die Institution der fliegenden Ärzte gegründet und ist seitdem ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung in Australien. Finanziert wird der Betrieb des RFDS zum Teil durch staatliche Zuschüsse. In hohen Maßen ist diese Institution aber auch auf Spenden von Privatpersonen, Vereinen, und Unternehmen angewiesen. Bürger und Bürgerinnen können bei fast jedem Arzt eine kleine Spende hinterlassen, die zu 100% dem RFDS zugutekommt.

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Die Flugzeuge kann man sich wie fliegende Intensivstationen vorstellen

Das zweite Museum, welches wir besuchten, war die „Alice Springs School of the Air“ (ASSOA). Die ASSOA wurde 1951 gegründet und ermöglicht isoliert lebenden Kindern ein Fernstudienprogramm. Viele Kinder, die mit ihrer Familie im Outback auf einer Farm, in den Gemeinschaften der Aboriginies, in Nationalparks oder Militärbasen leben, haben keine Chance, eine „normale“ Schule zu besuchen, da die nächste Schule in den meisten Fällen mehrere hundert Kilometer entfernt ist. Die Kinder können im Alter von 4 ½ Jahren in die Vorschule eingeschrieben werden und werden bis zum 13. Lebensjahr von der ASSOA unterrichtet. Danach müssen sich die Schüler zwischen einer Internatschule oder einem weiteren Fernstudium (Fernschule des Northern Territorx Open Education Centre) entscheiden.

Während der Unterricht noch vor 60 Jahren über Radiofunk stattfand, werden die Kinder heutzutage dank dem Internet live aus dem Studio in Alice Springs unterrichtet. Die Schule stellt alle nötigen Satelliten- und Computerausrüstungen zur Verfügung und jedes Kind muss Zuhause einen eigenen Raum zum Lernen haben (=Klassenzimmer). Neben einem Mikrofon gibt es auch ein Chat-Fenster, indem die Schüler mit den Lehrern kommunizieren können. Anstatt sich wie in einer normalen Schule mit der Hand zu melden, gibt es hier für die Schüler im Chat-Fenster einen „pick me“ Button, der die gleiche Funktion wie das „Melden“ in der Schule hat. Die Schulklassen sind unterschiedlich groß, da wie auch im normalen Leben die Schüler in einer Klasse fast gleichaltrig sind. Die ASSOA hat mit 1.300.000 qkm das weltweit größte Klassenzimmer und es kann durchaus vorkommen, dass Klassenkameraden bis zu 2500km weit entfernt leben.

Derzeit beschäftigt die ASSOA 12 Lehrer, die die Kinder in den verschiedensten Fächer unterrichten. Zusätzlich muss für jedes ASSOA Kind ein Tutor (im Normalfall sind das die Eltern) benannt werden, der das Kind täglich mindestens 4 Stunden vor Ort beaufsichtigt. Die Tutoren sind das Ohr, die Augen und Hände der Lehrer im „Klassenzimmer“ des Kindes. Sie bewerten zudem die Arbeiten der Schüler und stehen im direkten Kontakt mit den Lehrern und geben ihnen Feedback. Die Schule arrangiert jährlich 3 bis 4 Veranstaltung (jeweils 1 Woche), bei denen sich alle Schüler in Alice Springs treffen und die Kinder somit auf ihre Klassenkameraden treffen. Für viele Kinder ist dies die einzige Möglichkeit im Jahr mit anderen Kindern zu spielen, da sie im Outback hunderte Kilometer im Umkreis keine anderen Familien um sich herum haben.

Besonders für Georg, als angehenden Lehrer, aber auch für mich war das eine unglaublich interessante Sache. Wir hatten selbst davon noch nie was gehört und waren fasziniert und sprachlos wie gut das System funktioniert und dass es so etwas überhaupt gibt.

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Studio 1

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Studio 2

Karte mit all den Schülern der ASSOA

Diese Karte zeigt, woher die einzelnen Schüler der ASSOA herkommen

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eine Schulklasse

Am nächsten Tag haben wir Alice Springs verlassen und sind Richtung Uluru-Kata Tjuta Nationalpark gefahren. Der Nationalpark ist circa 500km von Alice Springs entfernt und mitten im Outback von Australien. Im Uluru-Kata Tjuta Nationalpark befindet sich u.a. der Ayers Rock (auch Uluru genannt), ein heiliger Berg der Ureinwohner, der circa 550 Mio. Jahre alt ist. Auch wenn es sich hierbei „nur“ um ein Stück Stein handelt, hat er uns sehr beeindruckt. Egal ob bei Tag oder Nacht man kann ihn sich Stunden anschauen 😀 Den Ayers Rock könnte man auch besteigen (und das machen auch einige), allerdings wird das von den Aborigines gar nicht gerne gesehen, sodass wir uns stolz in das Buch „Wir haben den Ayers Rock nicht bestiegen“ eingetragen haben 😀 Stattdessen sind wir 10,60 km einmal um ihn herum gelaufen, was bei circa 37 Grad ganz schön anstrengend war.

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Uluru

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Sonnenaufgang

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Sonnenuntergang

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Frühstück mit Blick auf den Uluru

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Roter Sand

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je nachdem zu welcher Tageszeit oder Wetterlage hat der Ayers Rock eine andere Farbe

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Walk um den Uluru

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Nach drei Tagen im absoluten Outback sind wir weiter Richtung Süden gefahren. Auf dem Weg nach Adelaide sind wir an Coober Pedy vorbeigefahren und haben dort eine Nacht verbracht. Coober Pedy liegt etwa 800km nördlich von Adelaide und gilt als die Opal-Haupstadt der Welt. Aufgrund der extremen Sommertemperaturen und dem Opal-Abbau wohnen die meisten Einwohner in dieser Stadt in unterirdischen Wohnhöhlen. Schon beim Reinfahren in die Stadt wirkte sie sehr verlassen, vorallem weil wir keinen einzigen Menschen auf der Straße gesehen haben. Obwohl wir wussten, dass sich das Meiste in dieser Stadt unter der Erde abspielt, erschien uns die Stadt nahezu gespenstisch. Im Opal-Museum haben wir am darauffolgenden Tag eine geführte Tour mitgemacht und so einen Einblick in die Mienen und unterirdischen Wohnungen bekommen.

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Umoona Opal Mine Museum

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unterirdische Wohnung früher

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unterirdische Wohnung heute

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Heute sind wir in Adelaide (bei 41 Grad !!!) angekommen und fahren die Tage die Great Ocean Road entlang Richtung Melbourne und in 2,5 Wochen treffen wir uns schon mit Georgs Mama in Sydney 🙂

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